FDP-Kreisverband Verden

Echter Klimaschutz statt Klimaagentur

von Christoph Pein

Der menschengemachte Klimawandel ist in vollem Gange und stellt uns vor zahlreiche gesellschaftliche Herausforderungen. Und gesellschaftlicher Herausforderungen rufen immer Politiker auf den Plan, die sich als Heilsbringer darstellen und populistisch Wählerstimmen gewinnen wollen. Unter dieser Prämisse positioniert sich auch Deutschland seit Jahrzehnten als Vorreiter, ohne jedoch entscheidend voranzukommen. Stattdessen gibt es, maßgeblich unter dem Eindruck der Fridays for Future-Demonstrationen, zahlreiche neue Verbote, einen Kulturkampf gegen Autofahrer und Steuererhöhungen, die lediglich Olaf Scholz erfreuen dürften. Dabei bleibt konsterniert festzustellen: Das Klimaziel bis 2050, mindestens 80% der Emissionen einzusparen, wird nach jetzigem Stand nicht erreicht. Anstatt also die ideologisch und emotional geführte Herangehensweise der letzten Jahrzehnte weiterzuverfolgen, wird es Zeit für einen neuen Klimarealismus, der faktenbasiert an die vor uns liegende Herausforderung herantritt.
Leider sollten im Landkreis Verden mittels einer Klimaagentur alte, sich als falsch herausgestellte Pfade weitergegangen werden. Nicht nur, dass die Kommunen lediglich Geldgeber gewesen und alle Entscheidungsgewalt beim Landkreis gelegen hätte, standen ganz im kommunalen Klein-Klein verschiedene Projekte auf der Agenda, die lediglich homöopathische Wirkung entfaltet hätten - jedoch ohne den beim Menschen wenigstens vorhandenen Placebo-Effekt. Die mit den Stimmen der FDP-Fraktion in Achim abgelehnte Klimaagentur ist deshalb ein Statement pro Klimaschutz, da jeder Euro nur einmal investiert werden kann. Anstatt also teure Schaufensterpolitik mit lediglich homöopathischem Effekt voranzutreiben, müssen wir Klimaschutz dort organisieren, wo unser Geld die mehr als hundertfache Wirkung entfalten kann - in China, Indien oder Brasilien und nicht maßgeblich im bereits hocheffizienten Deutschland. 
Fast jeder Partei im Landkreis steht es offen, einen internationalen Emissionshandel in ihrer Bundespartei nach vorne zu bringen, um CO2-Einsparungen dort zu organisieren, wo sie am effizientesten sind - sei es durch Filteranlagen in China, Aufforstung in Brasilien oder weiteren Innovationen, die wir heute noch gar nicht auf dem Schirm haben. Anstatt in Deutschland weiterhin das Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler rauszuschmeißen, öffentlich SUV-Fahrer an den Pranger zu stellen und die Deindustrialisierung voranzutreiben, sollten wir dringend eine Kehrtwende in der politischen Diskussion einleiten. Weg vom emotionalen Panikmodus und hin zu einem faktenbasierten Tatendrang – im Interesse von uns allen.